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Baufinanzierung 2026: Eigenkapital, KfW, Zinsbindung & Tilgungsplan

Bei Bauzinsen zwischen 3,2 % und 4,1 % entscheidet 2026 die Finanzierung über den Erfolg des Projekts. Dieser Beitrag ordnet sinnvolle Eigenkapital-Quoten ein, hilft bei der Wahl der Zinsbindung über 10, 15 oder 20 Jahre, erklärt die aktuellen KfW-Programme samt WEF und Bereitstellungszinsen und rechnet einen vollständigen Tilgungsplan für ein 450.000-€-Vorhaben durch.

Julia Lehmann, Finanzexpertin
Stand: 02. Mai 2026
Lesezeit: 25 Min
Beratungssituation am Schreibtisch: Tilgungsplan, Bauunterlagen und Taschenrechner
Zinsbindung, KfW-Komponente und Tilgungssatz aufeinander abstimmen.

Die Finanzierung entscheidet über den Erfolg eines Bauvorhabens weit mehr als der Quadratmeterpreis des Hauses. 2026 bewegen sich die Bauzinsen im Korridor zwischen 3,2 und 4,1 Prozent – jeder Zehntelpunkt summiert sich über 25 Jahre zu fünfstelligen Beträgen. Bevor Sie in Details wie Bereitstellungszinsen oder Forward-Darlehen einsteigen, sollten Sie das Zusammenspiel aus Eigenkapital, Tilgung, Zinsbindung und KfW verstehen. Auf Fertighaus-Vergleich.com führen wir Sie mit einem durchgerechneten Beispiel über 450.000 Euro Schritt für Schritt durch alle Stellschrauben.

20–30 %
Eigenkapital-Quote
empfohlen 2026
3,2–4,1 %
Bauzins-Korridor
10–20 J. Zinsbindung
270 k €
KfW WEF-Kredit
Familien mit Kindern

Die Bausteine einer Baufinanzierung 2026

Kurzantwort: Eine tragfähige Finanzierung besteht selten aus einem einzigen Darlehen. Üblich ist ein Mix: Eigenkapital von mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten samt Nebenkosten, ein Annuitätendarlehen der Bank mit Zinsbindung über 10, 15 oder 20 Jahre, ein oder mehrere KfW-Förderkredite (WEF, KFN 297/298, 261) sowie optional ein Bausparvertrag oder ein Versicherungsdarlehen. Zur Absicherung erhält die Bank eine Grundschuld. Die Auszahlung erfolgt in Tranchen je nach Baufortschritt – auf noch nicht abgerufene Beträge fallen Bereitstellungszinsen an.

Vier Begriffe sollten Sie sicher beherrschen. Der Beleihungswert ist der von der Bank sicherheitsorientiert angesetzte Wert, meist rund 90 Prozent des Verkehrswerts. Der Beleihungsauslauf beschreibt das Verhältnis von Darlehen zu Beleihungswert – je niedriger, desto günstiger der Zins: Eine 60-prozentige Beleihung bringt gegenüber 80 Prozent oft 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte Vorteil. Das Sondertilgungsrecht schließlich erlaubt es, jährlich bis zu 5 Prozent der Restschuld ohne Vorfälligkeitsentschädigung zusätzlich zu tilgen.

0,55 %
Median Bauzins 15-J. (2026)
0 Jahre
Median Tilgungsdauer
0 %
Beleihungs-Korridor üblich

Wie viel Eigenkapital 2026 wirklich sinnvoll ist

Kurzantwort: Das absolute Minimum, das Banken 2026 sehen wollen, sind die Kaufnebenkosten von 8 bis 14 Prozent – abhängig vom Bundesland. Empfehlenswert sind jedoch 20 bis 30 Prozent der Gesamtinvestition, denn das drückt den Beleihungsauslauf, verbessert den Zins und senkt die Rate. Ein Rechenbeispiel: Haus 380.000 Euro plus Grundstück 70.000 Euro ergibt 450.000 Euro, mit 11 Prozent Nebenkosten (49.500 Euro) sind es 499.500 Euro Gesamtbudget. Bei 25 Prozent Eigenkapital wären rund 125.000 Euro nötig. Fehlt dieses Polster, helfen KfW-Programme oder ein Bausparvertrag als Tilgungsersatz weiter.

  • Arbeitgeber-Darlehen (zinsgünstig, oft betragslimitiert)
  • Schenkung oder Erbschaft (Schenkungssteuer beachten)
  • Eigenleistung (Muskelhypothek, maximal 15 % der Bausumme)
  • Bereits vorhandenes Grundstück (Wert wird angerechnet)
  • Kapitalbildende Lebensversicherung (Rückkaufswert anrechenbar)
  • Bausparguthaben
  • Wertpapiere, Fonds- und Sparbriefanteile (Liquidationsabschlag beim Verkauf)
  • Guthaben auf Tages- und Festgeldkonten

Lohnt sich eine Vollfinanzierung?

Ohne jedes Eigenkapital zu finanzieren, ist 2026 machbar, aber kostspielig: Der Zinsaufschlag bewegt sich meist zwischen 0,4 und 0,8 Prozentpunkten. Auf 400.000 Euro Darlehen sind das 1.600 bis 3.200 Euro Mehrzinsen pro Jahr. Hinzu kommt: Vollfinanzierungen ohne KfW setzen ein stabiles, hohes Einkommen voraus, denn die Bank begrenzt die monatliche Belastung typischerweise auf 35 bis 40 Prozent des Nettos. Wer irgend kann, bringt zumindest die Nebenkosten selbst auf.

10, 15 oder 20 Jahre Zinsbindung – was passt 2026?

Kurzantwort: Die Zinsbindung friert Ihre Konditionen für die gewählte Dauer ein. Als Orientierung: Zehn Jahre sind 2026 etwa 0,15 bis 0,30 Prozentpunkte günstiger als 15 Jahre, diese wiederum 0,15 bis 0,25 Punkte günstiger als 20 Jahre. Erwarten Sie steigende Zinsen, ist die lange Bindung die sichere Wahl; bei stabiler oder rückläufiger Erwartung ist die kurze Bindung samt Sondertilgungsrecht oft günstiger. Grob: Wer Sicherheit schätzt, wählt 15 bis 20 Jahre; wer auf Rendite optimiert, eher 10.

Zinsbindung 2026 — typische Konditionen 80 % Beleihung

LaufzeitMedian-ZinsVor-/Nachteil
10 Jahre3,30–3,70 %günstiger Zins, Anschluss-Risiko
15 Jahre3,55–3,95 %guter Kompromiss
20 Jahre3,75–4,15 %Planungssicherheit, Aufschlag
25 Jahre3,90–4,30 %Vollabzahlung möglich, höchster Zins
Volltilgerdarlehen 15 J.3,45–3,85 %schon nach 15 J. schuldenfrei

Unterschätzt wird oft das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB: Nach zehn Jahren Vertragslaufzeit darf jeder Darlehensnehmer mit sechs Monaten Frist umschulden – selbst wenn die vereinbarte Zinsbindung noch weiterläuft. Wer sich also für 20 Jahre bindet und nach zehn Jahren von gesunkenen Zinsen profitieren will, kann ohne Vorfälligkeitsentschädigung wechseln. Genau das macht lange Zinsbindungen attraktiver, als der erste Blick vermuten lässt.

Tilgungsplan in Zahlen: 450.000 €, 15 Jahre, 3,55 %

Kurzantwort: Nehmen wir ein realistisches Szenario 2026: 450.000 Euro Darlehen, 15 Jahre Zinsbindung, 3,55 Prozent Zins. Bei 2,5 Prozent Anfangstilgung liegt die Monatsrate bei rund 2.270 Euro, die Restschuld nach 15 Jahren bei etwa 268.000 Euro. Erhöhen Sie auf 3 Prozent, steigt die Rate auf 2.460 Euro, die Restschuld sinkt auf rund 222.000 Euro. Bei 4 Prozent sind es 2.835 Euro monatlich und 124.000 Euro Restschuld. Eine volle Tilgung innerhalb der 15 Jahre bedeutet 3.225 Euro Rate.

450.000 € / 15 Jahre / 3,55 % – Tilgungs-Vergleich

TilgungMonatsrateZinsen 15 J.Restschuld
2,0 %2.080 €163.000 €318.000 €
2,5 %2.270 €158.500 €268.000 €
3,0 %2.460 €154.000 €222.000 €
3,5 %2.650 €149.500 €176.000 €
4,0 %2.835 €144.500 €124.000 €
Volltilgung3.225 €131.000 €0 €

Die Botschaft der Tabelle: Eine höhere Tilgung belastet die Monatsrate stärker, spart über die Laufzeit aber deutlich Zinsen und baut die Schuld rascher ab. Mit nur 2 Prozent Tilgung zieht sich die Rückzahlung über 30 Jahre und mehr – für die meisten Bauherren zu lang. 2026 empfehlen wir mindestens 2,5 bis 3,0 Prozent Anfangstilgung. Wer es sich leisten kann, nutzt zusätzlich das Sondertilgungsrecht (in der Regel bis 5 Prozent der Restschuld jährlich) und wirft Steuererstattungen, Boni oder Erbschaften gezielt in die Tilgung.

Entscheidend für die Finanzierung ist Kostensicherheit: Wer mit einem Generalunternehmer mit Festpreisgarantie baut, kennt die Gesamtsumme schon vor Vertragsabschluss und schützt seine Bankzusage vor teuren Nachfinanzierungen.

Ein Festpreis stabilisiert Ihre Finanzierung

Die Markenhersteller in unserem Detailvergleich gewähren 2026 Festpreisgarantien über 12 bis 24 Monate – entscheidend, damit Ihre Bankzusage Bestand hat. Wir stellen Ihnen drei Anbieter mit transparenten Bau- und Leistungsbeschreibungen gegenüber.

KfW 2026: WEF, KFN 297/298 und KfW 270 clever kombinieren

Kurzantwort: Für den Neubau stehen 2026 vier zentrale KfW-Programme bereit. Die Wohneigentumsförderung für Familien (WEF, Programm 300) reicht bis 270.000 Euro und richtet sich an Familien mit Kindern und einem Einkommen unter 90.000 Euro. Der Klimafreundliche Neubau KFN 297 bietet bis 100.000 Euro für ein KfW-40-Haus ohne QNG, KFN 298 bis 150.000 Euro für ein QNG-zertifiziertes EH 40. Hinzu kommt KfW 270 für die Photovoltaikanlage. Sind die Voraussetzungen erfüllt, lassen sich diese Programme kombinieren und entlasten die Bankfinanzierung erheblich.

KfW-Programme 2026 für den Neubau

ProgrammZielgruppeKreditrahmen
WEF 300 (Wohneigentum Familien)Familien Ein­kommen ≤ 90.000 €bis 270.000 €
KFN 297 (Klimafreundlich)EH 40, ohne QNGbis 100.000 €
KFN 298 (Klimafreundlich + NH)EH 40 NH (QNG-zertifiziert)bis 150.000 €
KfW 270 (Erneuerbare)PV-Anlage Privat / Gewerbebis 150.000 €
KfW 159 (Altersgerecht)Barrierefreier Bau / Umbaubis 50.000 €

Alle Programme mit ihren Antragsvoraussetzungen erläutern wir ausführlich im KfW-Förderungs-Ratgeber 2026. Beantragt wird stets vor Vertragsabschluss über die Hausbank. Wer den Zeitpunkt verpasst, verliert den Anspruch vollständig – einer der häufigsten und ärgerlichsten Fehler beim Bauantrag.

Bereitstellungszinsen: der unterschätzte Kostenblock

Kurzantwort: Nach einer bereitstellungsfreien Zeit von 6 bis 12 Monaten berechnet die Bank 2026 Zinsen auf die noch nicht abgerufenen Darlehensanteile. Üblich sind 3 Prozent im Jahr, also 0,25 Prozent pro Monat. Beispiel: Von einem 350.000-Euro-Darlehen sind nach neun Monaten noch 200.000 Euro nicht abgerufen – das ergibt rund 500 Euro Bereitstellungszinsen monatlich. Bei langer Bauzeit läppert sich das auf 4.000 bis 8.000 Euro zusammen. Der Hebel dagegen ist Verhandlungssache: eine längere bereitstellungsfreie Zeit.

So halten Sie diesen Posten 2026 klein:

  • Erst das gesamte Eigenkapital einsetzen, dann das Bankdarlehen anzapfen.
  • Ein zügiges Bauvorhaben wählen – ein Fertighaus in 6 bis 9 Monaten vermeidet Bereitstellungszinsen häufig ganz.
  • Einen Festpreis-Bauvertrag mit fixer Bauzeit abschließen, das senkt das Auszahlungsrisiko.
  • Die Auszahlung eng am realen Bedarf takten, nicht in großen Tranchen abrufen.
  • Eine längere bereitstellungsfreie Zeit aushandeln (12 bis 18 Monate sind möglich, ggf. mit kleinem Aufschlag).

Anschlussfinanzierung: was nach 10 oder 15 Jahren kommt

Kurzantwort: Endet die Zinsbindung, läuft das Darlehen mit neuen Konditionen weiter – das ist die Anschlussfinanzierung. Wer sich früh absichern will, greift zum Forward-Darlehen: bis zu 60 Monate im Voraus, gegen einen Aufschlag von etwa 0,01 Prozent je Monat Vorlauf. Bei 36 Monaten Vorlauf sind das 0,36 Prozent – bei steigenden Zinsen oft günstiger als der Marktzins zum späteren Zeitpunkt. Alternativen: die Restschuld zu einer anderen Bank umschulden, Sondertilgungen einbringen oder einen Bausparvertrag als Tilgungsersatz nutzen.

Wer mit 30 baut, steht mit 45 bis 50 vor der ersten Anschlussfinanzierung und sollte idealerweise mit 60 schuldenfrei sein. Rechnen Sie das konkret durch: Mit welcher Restschuld gehen Sie in Rente, wie hoch fällt die Rente aus? Oft zeigt sich, dass eine zweite Phase mit höherer Tilgung nötig ist – und genau dafür ist das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB die passende Vorbereitung.

Checkliste: in 8 Schritten zum besten Angebot 2026

Kurzantwort: Eine gute Finanzierung entsteht strukturiert. Stellen Sie zuerst Ihr Eigenkapital realistisch auf, sprechen Sie neben der Hausbank zwei unabhängige Vermittler (etwa Interhyp, Dr. Klein, Hüttig & Rompf) an und lassen Sie Ihre KfW-Berechtigung durch einen Energieeffizienz-Experten prüfen. Holen Sie drei Festpreis-Angebote für eine verbindliche Bausumme ein, ermitteln Sie die Bauzeit, setzen Sie mindestens 2,5 bis 3 Prozent Tilgung an, vereinbaren Sie 5 Prozent Sondertilgung pro Jahr und sichern Sie das Projekt über Bauleistungs- und Bauherrenhaftpflicht ab.

  • Schritt 1 — Eigenkapital sauber dokumentieren: Konten, Wertpapiere, Bausparguthaben, ggf. Schenkungen.
  • Schritt 2 — Drei Angebote (Hausbank plus zwei unabhängige Vermittler) parallel einholen.
  • Schritt 3 — KfW-Berechtigung (WEF, KFN) über einen BAFA-Energieeffizienz-Experten prüfen lassen.
  • Schritt 4 — Festpreise mit 12 bis 24 Monaten Bindung sichern.
  • Schritt 5 — Bauzeit realistisch ansetzen (Fertighaus 6 bis 9 Monate, Massiv 12 bis 18 Monate).
  • Schritt 6 — mindestens 2,5 bis 3 Prozent Anfangstilgung, idealerweise 3,5 Prozent.
  • Schritt 7 — Sondertilgungsrecht von 5 Prozent pro Jahr unbedingt festschreiben.
  • Schritt 8 — Bauleistungsversicherung, Bauherren-Haftpflicht und Risiko-Lebensversicherung abschließen.

Immer den Effektivzins vergleichen

Beurteilen Sie Bankangebote nie am reinen Nominalzins, sondern am Effektivzins samt aller Nebenkosten – Schätzgebühren, angenommene Bereitstellungszinsen, Eintragung der Grundschuld. Schon 0,1 Prozentpunkte Unterschied machen bei 400.000 Euro über 30 Jahre rund 12.000 Euro aus. Lassen Sie sich Tilgungspläne mit klaren Annahmen ausstellen, dann sehen Sie die Restschuld nach 5, 10, 15 und 20 Jahren transparent nebeneinander.

Ohne Festpreis-Angebot keine belastbare Finanzierung

Drei Markenhersteller aus unserem Vergleich von 36 Anbietern liefern Ihnen Festpreis-Hausangebote, mit denen Sie verbindliche Bankzusagen einholen. Bauzeit, Bau- und Leistungsbeschreibung und Festpreisdauer bleiben nachvollziehbar.

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Ihre Fragen – kurz beantwortet

Was Sie zu Baufinanzierung 2026 am häufigsten wissen möchten, hat die Redaktion von Fertighaus-Vergleich.com für Sie zusammengefasst (Stand 2026).

Wie viel Eigenkapital sollte ich 2026 für ein Fertighaus mitbringen?
Kreditinstitute finanzieren 2026 zwar oft bis zu 100 Prozent des Hauspreises (Vollfinanzierung), die Baunebenkosten aber nur selten. Empfehlenswert sind mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten als Eigenkapital, bei einem 600.000-Euro-Vorhaben also rund 120.000 Euro. Starten Sie mit 0 bis 10 Prozent, zahlen Sie spürbare Zinsaufschläge von 0,5 bis 1,2 Prozentpunkten. Als solide gilt eine Quote von 30 Prozent – das senkt den Zinssatz bei vielen Banken um 0,3 bis 0,6 Prozentpunkte gegenüber der Vollfinanzierung. Zum Eigenkapital zählen auch Bausparguthaben, Lebensversicherungen, Wertpapierdepots und bis zu 15 Prozent Eigenleistung („Muskelhypothek“).
Was sind Bereitstellungszinsen und wie umgehe ich sie?
Bereitstellungszinsen fallen auf noch nicht abgerufene Darlehensteile an. Da das Darlehen beim Fertighausbau nach Baufortschritt in Raten ausgezahlt wird (MaBV-Zahlungsplan), kosten die nicht abgerufenen Beträge 2026 meist 0,25 Prozent pro Monat, also 3 Prozent pro Jahr. Ein Rechenbeispiel: Bei 400.000 Euro Darlehen, 6 Monaten Bauzeit ab Auszahlungsbeginn und durchschnittlich 200.000 Euro noch offenem Betrag ergeben sich 3.000 Euro Bereitstellungszinsen. Vermeiden lässt sich das, indem Sie eine Bank mit 6 bis 12 bereitstellungszinsfreien Monaten wählen – etwa Sparkassen, Volksbanken, ING oder Commerzbank – oder den Bauablauf auf zügige Abrufe ausrichten.
Welche Zinsbindung ist 2026 empfehlenswert?
Bei Bauzinsen von 3,5 bis 4,2 Prozent für 10 Jahre und 3,8 bis 4,5 Prozent für 15 Jahre ist 2026 eine Bindung von 15 oder 20 Jahren ratsam. Der Grund: Wer 2026 baut, hat nach 10 Jahren typischerweise noch 70 bis 80 Prozent Restschuld, sodass ein Zinsanstieg auf 5 bis 6 Prozent die Monatsrate stark erhöhen würde. Eine 15- bis 20-jährige Bindung schützt davor. Der Aufschlag von 15 gegenüber 10 Jahren beträgt 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte, bei 400.000 Euro Darlehen also etwa 60 bis 100 Euro mehr pro Monat – deutlich günstiger als das Risiko einer Anschlussfinanzierung zu 5,5 Prozent.
Welchen Tilgungssatz sollte ich wählen?
Als Standard empfiehlt sich 2026 eine anfängliche Tilgung von 2,5 bis 3,0 Prozent; bei 400.000 Euro Darlehen und 4 Prozent Sollzins entspricht das einer Monatsrate von rund 2.000 bis 2.300 Euro. Mit nur 2 Prozent Tilgung zieht sich die Rückzahlung über etwa 35 Jahre und reicht für viele Bauherren bis über den Renteneintritt hinaus. Bei 3 Prozent sind rund 28 Jahre realistisch, bei 3,5 Prozent etwa 24 Jahre. Vereinbaren Sie unbedingt eine Sondertilgungsoption von mindestens 5 Prozent pro Jahr – sie kostet meist nichts und erlaubt flexible Zahlungen aus Boni, Erbschaft oder Steuerrückerstattung. Ein ein- bis dreimal kostenfreier Tilgungssatzwechsel schafft zusätzlichen Spielraum.
Wie kombiniere ich KfW-Programme mit einem Bankdarlehen?
Eine übliche Struktur für ein 600.000-Euro-Projekt sieht 2026 so aus: 120.000 Euro Eigenkapital (20 Prozent), dazu ein zinsvergünstigtes Förderdarlehen über KfW-WEF (Programm 300, bis 270.000 Euro für Familien mit Kindern und Einkommen unter 90.000 Euro) oder KfW-KFN (Klimafreundlicher Neubau, bis 150.000 Euro je Wohneinheit für den KfW-40-NH-Standard), und der Rest als Bankdarlehen. Der Vorteil: Der Mischzins fällt niedriger aus als bei einem reinen Bankdarlehen. Wichtig ist, den KfW-Antrag vor der Vertragsunterschrift bei der Hausbank einzureichen. Die Hausbank prüft und leitet weiter, die KfW genehmigt üblicherweise in 4 bis 8 Wochen – erst danach dürfen Sie den Bauvertrag unterschreiben.
Was regelt der MaBV-Zahlungsplan?
Die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) legt fest, wann ein Bauträger oder Generalunternehmer Abschlagszahlungen fordern darf. Ein üblicher Zahlungsplan beim Fertighaus verteilt sich 2026 so: 25 Prozent nach Beginn der Erdarbeiten, 28 Prozent nach dem Rohbau, 9 Prozent nach dem Fenstereinbau, 6 Prozent nach dem Innenputz, 6 Prozent nach dem Estrich, 6 Prozent nach der Sanitärinstallation, 3 Prozent nach den Fliesenarbeiten, 2 Prozent nach der Fertigstellung, 5 Prozent nach Bezugsfertigkeit und 10 Prozent nach vollständiger Fertigstellung der Außenanlagen. Bei Verstößen – etwa Vorkasse über dem vereinbarten Niveau – wird die Zahlung nicht fällig; das ist eine wichtige Schutzvorschrift für Sie. Für Generalunternehmer ohne MaBV-Bindung gelten abweichende Regeln.
Wie könnte ein realistischer Tilgungsplan für ein 600.000-Euro-Projekt 2026 aussehen?
Ein Beispiel: 600.000 Euro Gesamtkosten, davon 120.000 Euro Eigenkapital und 480.000 Euro Fremdkapital. Aufgeteilt in 150.000 Euro KfW-KFN zu 1,9 Prozent (Programm 297) über 25 Jahre Laufzeit mit 10 Jahren Zinsbindung sowie 330.000 Euro Bankdarlehen zu 3,9 Prozent mit 15 Jahren Zinsbindung und 3 Prozent anfänglicher Tilgung. Im ersten Jahr beträgt die Monatsrate 575 Euro für die KfW und 1.898 Euro für die Bank, zusammen 2.473 Euro. Nach 10 Jahren stehen noch 100.000 Euro (KfW) und 232.000 Euro (Bank) offen. Nach 15 Jahren ist die KfW abgelöst, bei der Bank verbleiben 175.000 Euro für die Anschlussfinanzierung. Sondertilgungen aus Erbschaft oder Boni können die Laufzeit auf 18 bis 22 Jahre verkürzen.
Lohnt sich Wohnriester 2026 noch?
Wohnriester nach dem Eigenheimrentengesetz ist eine staatlich geförderte Riester-Variante, mit der Sie selbstgenutztes Wohneigentum tilgen. 2026 gibt es eine Grundzulage von 175 Euro pro Person und Jahr, eine Kinderzulage von 300 Euro je Kind und Jahr (185 Euro für vor 2008 geborene Kinder) sowie bei Einkommen über etwa 35.000 Euro einen attraktiven Steuervorteil. Nachteile sind die komplexe Wohnförderkonto-Mechanik mit nachgelagerter Besteuerung im Alter, die Bindung an die Immobilie und Einschränkungen bei Verkauf oder Vermietung. Am ehesten lohnt sich Wohnriester 2026 für Familien mit mehreren Kindern und mittlerem bis höherem Einkommen – rechnen Sie den Einzelfall vor dem Abschluss unbedingt durch.
Prüfzeichen TÜV Rheinland ZERTIFIZIERT für die geprüfte Qualifikation, ID 0000038136

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An Ihrer Seite: Nico Brunner

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